2007 – Mirow

Hotel Mecklenburger Hof

Die Müritz

Motorradwochenende 2007 – Hotel Mecklenburger Hof in Mirow / Mecklenburger Seenplatte vom 27.04 – 29.04.2007

 

Der wilde, wilde Osten fängt gleich hinter ??? an

Wo genau der Osten anfängt wissen wir auch nicht, muss aber ziemlich weit weg sein. Denn mit 3 Navigationsgeräten, man kann ja nie wissen, plus einen Kartensatz machen wir uns auf die Mirowimmerhin 345 km lange Anreise. Sogar ein Begleitfahrzeug haben wir diesmal dabei, natürlich auch mit Navi und Kartensatz. Nur Birgit die aus der Nähe von Leipzig anreist begnügt sich mit einer einfachen Karte, welch ein Leichtsinn.

Pünktlich um 10:00 Uhr geht es dann am 27. April in Bützfleth los. Die erste Etappe führt nur bis Bliedersdorf, wo wir für heute unsere Gruppe vervollständigen. Unsere besseren Hälften, die sich ebenfalls in Bliedersdorf getroffen haben, hat wohl das Reisefieber gepackt und sind nicht mehr zu sehen. Auf bekannten Wegen geht es über Rosengarten und Fliegenberg nach Hoopte, wo wir mit der Fähre zum Zollenspieker übersetzen. Bis Gesthacht geht es bei sommerlichenMirow Temperaturen zügig voran, dass folgende Teilstück über Lauenburg nach Hohnstorf ist dann aber nervig. Zum Teil im Schrittempo fahren wir zum Hohnstorfer Fährhaus wo erst einmal Mittag angesagt ist. Nach der ausgiebigen Mittagspause erst mal wieder Schrittempo bis zur B 5. Aber dann haben wir gewonnen, bis Mirow haben wir freie Fahrt.

MirowAb Boizenburg beginnt der Spass dann richtig, die B 195 liegt vor uns. Eine Strecke vom Allerfeinsten, tolle Kurven, prima Belag und wenig Verkehr lassen auf 50 km richtig Freude aufkommen. Der obligatorische Stop in Kaarßen bei Tania darf natürlich auch nicht fehlen. Viel zu schnell erreichen wir Dömitz und nach knapp 190 km ist der erste Tankstop fällig. Bei der anschliessenden Zigarettenpause kommen wir richtig ins Schwärmen über den ausgezeichneten Straßenzustand, wie sich noch zeigen sollte war die Euphorie doch etwas verfrüht.

 

Ab Dömitz ist es dann, bis auf ganz wenige Ausnahmen, vorbei mit Bundesstraßen. So ein Navi soll ja schliesslich auch gefordert werden. Bei mittlerweile fast HochsommerlichenMirow Temperaturen nehmen wir kleine und kleinste Straßen unter die Räder. Die Weite der mecklenburgischen Landschaft mit ihren riesigen Feldern beeindruckt uns alle. Und da auch noch der Raps in voller Blüte steht, ergibt sich ein toller Kontrast zwischen den gelben Rapsfeldern, den grünen Wäldern und den tiefblauen Seen. Leider kann man die Aussicht nicht immer bewundern, denn zum Teil erfordern die Straßen volle Aufmerksamkeit. Genau wie die Landschaft, sind auch die Straßen voller Kontraste. Super Landstraßen, tolle alte Alleen aber auch Schüttelpisten, man könnte meinen man sitzt auf einem Flächenrüttler, und Kopfsteinplaster der gröbsten Sorte. Wenn man so durchgeschüttelt wird, kann man verstehen warum Harleyfahrer manchmal nicht grüßen.

MirowNach zirka 260 km gefahrenen und 800 gefühlten km machen wir die letzte Pause kurz vor Putlitz. So langsam scheint die Luft raus zu sein. Auf eine weitere Pause hat niemand mehr Lust und wir beschliessen schnellstmöglich zum Hotel zu fahren. Ein letztes Highlight ist dann das Teilstück zwischen Wittstock und Mirow mit den ersten Seen der Mecklenburgischen Seenplatte. Voll im Zeitplan erreichen wir um 18:20 unser Hotel den Mecklenburger Hof, wo Birgit schon sehnsüchtig auf uns wartet. Als Frank dann weitere 10 min später eintrudelt ist die Truppe komplett. Mit einem frisch gezapften auf der Hotelterrasse geht die Anreise zu Ende.


Im Land der tausend Seen, oder wie ein Menschheitstraum in Erfüllung geht.

MirowGegen 03:00 Uhr morgens erschallt im verschlafenen Mirow der Ruf: „Fertig werden.“ Die letzten Nachtschwärmer erreichen das Hotel und lassen den Tag ausklingen. Einige der im Hotel gebliebenen glauben aus einem Alptraum zu erwachen, als sie den Ruf im Halbschlaf registrieren. Als es aber anschliessend ruhig bleibt, wird mit einem Seufzer der Erleichterung die Nachtruhe wieder aufgenommen.

Um 08:00 Uhr haben wir uns zum Frühstück verabredet und tatsächlich eine satte 2/3 Mehrheit ist auch anwesend. Zur verabredeten Abfahrtszeit um 09:35 Uhr sind aber alle pünktlichMirow vertreten, wenn auch die strahlende Frühlingssonne nicht bei allen die gleiche Begeisterung hervorruft. Der Wunsch unserer mitfahrenden Frauen, die Tagesetappe nicht zu lang werden zu lassen, ist uns natürlich Befehl. Nur 230 km umfasst unsere heutige Etappe, was aber völlig ausreichend ist, wenn man etwas sehen will und die Strassenverhältnisse berücksichtigt. Punkt 09:35 startet die Motorradgruppe um die Müritz auf dem Landweg zu erkunden. Nur wenig später ist dann die Autogruppe dran um den See per Schiff auf dem Wasserweg zu erobern.

MirowLandschaftlich äußerst reizvoll ist das erste Teilstück der Etappe das uns über kleine Kreisstraßen zur B 96 führt. Wie Perlen auf einer Schnur, reiht sich hier ein See an den anderen. Allerdings muss man eingestehen, dass das Teilstück für Supersportler nur bedingt geeignet ist. Durch ausgedehnte Wälder führt uns der Weg weiter nach Lychen, wo auch der erste Tankstop eingelegt wird. Nach der üblichen Zigarettenpause fahren wir auf der gut ausgebauten L23 Richtung Norden. Auf der folgenden Kreisstrasse 30 wird uns dann etwas geboten. Völlig losgelöst von der Erden fliegt eine grüne Ninja mit seiner kompletten Besatzung etliche Meter durch die mecklenburgische Landschaft. Nach einer Bilderbuchlandung, geht er etwas ruhiger über jetzt bessere Landstrassen in Richtung Peckatel. Vor einem alten Gutshaus der Familie von Maltzahn, heute ist hier der Berliner Geldadel zu Hause, machen wir die nächste Raucherpause. Auch an Anke ist das letzte Teilstück nicht spurlos vorbeigegangen, die Knieprotektoren versehen ihren Dienst mittlerweile an den Knöcheln. Das nett gemeinte Angebot von Frank, die Sache zu richten wird aber dankend abgelehnt.

Über kleine Nebenstrasse führt uns der Weg weiter in Richtung Waren. Die kleinen Dörfer durch die wir jetzt fahren, könnten unterschiedlich nicht sein. Einige Dörfer wie aus dem Ei gepellt, Mirowandere dagegen sehen aus als hätte die Wende nie stattgefunden. Als wir endlich in Waren ankommen, fahren wir direkt zum Jachthafen. Hier am Hafen herrscht ein reges treiben und auch die Promenade ist sehr gut besucht. Nach einer ausgiebigen Pause fahren wir frisch gestärkt weiter Richtung Malchow. Auch dieser schöne Ort, direkt am Fleesensee gelegen wäre einen Halt wert, aber zu mehr als einen Tankstop reicht die Zeit nicht mehr. Über die B 192 geht es weiter Richtung Röbel. Kurz vor Röbel verlassen wir die Hauptstrasse Richtung Gotthun und werden noch einmal mit einem herrlichen Blick auf die Müritz belohnt. In Röbel ist dann die letzte Pause angesagt. In einer kleinen Waldgaststätte gibt es Kaffee, Eis und Kuchen zu moderaten Preisen. An der Promenade von Röbel vorbei, gehen dann die letzten 40 km flott zu Ende. Wie üblich beschliessen wir die Tour auf der Hotelterrasse.


Zurück in Richtung Westen

Viel zu kurz ist so ein Wochenende, denn heute geht es schon wieder nach Hause. Ebenso wie Mirowdie Anreise, soll auch die Rückreise vorwiegend über Nebenstrecken führen. Als dann beim Frühstück rein zufällig die Bemerkung fällt, dass die Tour zirka 25 km länger als die Anreise sein wird, wird sofort eine Krisensitzung einberufen. Da wir uns ja auch zwischendurch noch mit der PKW Fraktion treffen wollen, ist die Anpassung der Tour gar nicht so einfach. Um den Autobahnfreaks entgegenzukommen, wollen wir bis Gudow über Nebenstrecken und anschliessend über die Bahn Richtung Rade. Nachdem die Tour also festgelegt ist, kann gepackt werden, und auf geht’s.

Pünktlich um 09:30 verlassen wir den Mecklenburger Hof und vorbei am geschichtsträchtigen Flugplatz Rechlin, den gab es schon zu Kaisers Zeiten, fahren wir Richtung Röbel. Hier wird auch für die trinkfreudigen Moppeds der erste Tankstopp eingelegt. Bei immer noch recht schattigen Temperaturen geht es weiter Richtung Malchow. Kreisstraßen haben wir diesmal ausgespart und so geht es zügig über Bundes- und Landstraßen nach Warin, wo der erste grössere Stop angesagt ist. Die meisten von uns begnügen sich mit einer Portion Kaffee, die Kumpels mit schlechteren Wirkungsgrad dagegen schlagen voll zu, Bauernfrühstück und Co sind angesagt. Nach dieser ausgiebigen Pause, geht es am Nordufer der Schweriner Sees vorbeiMirow nach Gadebusch. Und tatsächlich, einige tanken schon wieder. Auf der folgenden Etappe zur Raststätte Gudow / Nord durchfahren wir noch einmal eine wunderschöne Allee, um dann in Zarrentin auf die Bahn zu wechseln. Nach sage und schreibe 3,5 km Autobahn erreichen wir Gudow / Nord, wo die PKW – Fraktion schon geschlagene 2 Stunden auf uns wartet.

MirowUm 18:00 Uhr haben wir einen Tisch bei Artemis in Horneburg bestellt, Da es noch nicht einmal 15:00 Uhr ist, wären wir auf der Bahn viel zu früh. Da kommt der Vorschlag von Inge, in Winsen im Cafe Marstall noch Kaffee zu trinken, wie gerufen. Also auf zur vorletzten Etappe nach Winsen. Zum Leidwesen der Autobahnfans, verlassen wir diese schon nach 8 km an der Ausfahrt Hornbek wieder, um über Geesthacht und Drage zum Cafe zu fahren. In gemütlicher Atmosphäre geniessen wir unseren Kaffee, und nehmen anschliessend die Schlussetappe nach Horneburg unter die Räder. Bis zum Estering geht es zügig voran, die anschliessende Strecke bis Horneburg dann sehr zähflüssig. Trotzdem erreichen wir kurz nach 18:00 Uhr unseren Griechen. Mit einem ausgiebigen Abendessen beschliessen wir dann ein schönes aber auch anstrengendes Wochenende.