2006 – Pfunds

Hotel Tyrol in Pfunds

Motorradurlaub 2006 Hotel Tyrol in Pfunds / Tirol vom 19.06 – 25.06.2006

Ein Sommermärchen

Austria die Zweite. Dieses Jahr soll es wieder Österreich werden, allerdings zum ersten Mal nördlich vom Alpenhauptkamm. Auch wenn bekanntermaßen das Wetter in Tirol etwas unbeständiger als im Süden ist, wir haben ins schwarze getroffen. Gemeinsam haben wir das Hotel Tyrol im Inntal als unser Urlaubsdomizil ausgewählt. Nach Buchung des Hotels und des Autoreisezuges beginnt das endlose warten.

Als allerdings am 19.06.2006 das letzte Kalenderblatt abgerissen ist, kann man von einem Sommermärchen nur sehr bedingt sprechen. Sind wir schon in den Vorjahren am Abreisetag nicht vom Wetter verwöhnt worden, so bricht dieser Tag alle Rekorde. Starkregen ist angesagt, leider nicht nur in Bützfleth sondern bis Finkenwerder verfolgt uns das Wetter um hier noch mal einen draufzulegen. Ziemlich bedröppelt hat sich die Truppen in unseren bekannten Wartehäuschen versammelt. Selbst die Deutschlandfahne mit der Jochen seine Ninja geschmückt hat hängt ziemlich lustlos herunter. Einziger Trost, der Regen ist warm. Da wir hier aber ja nicht ewig warten können geht es unabhängig vom Wetter weiter nach Altona.Hamburg Altona

In Altona angekommen kontrolliert Dietmar erst einmal seine Eisvorräte und präsentiert uns seine Aromabomben. Selbst geerntete Zitronen, äußerlich zwar ziemlich mickrig aber zur Veredelung unseres Barcadis hervorragend geeignet. Wie jedes Jahr geht es zu McDonalds und anschliessend heißt es wieder auf die Verladung warten. Da Dietmars Varadero lange nicht so hochbaut wie letztes Jahr klappt die Verladung ohne Probleme. Schnell werden danach die Abteile bezogen denn Dietmars Aromabomben warten. Die Stimmung in den Abteilen wird immer besser, ob dies am Barcadi oder an Dietmars Aromabomben liegt ist nie geklärt worden. Spät am Abend zieht dann endlich Ruhe ein, München wir kommen.


Anreise Zum Hotel Tyrol

Irgend jemand hat heute morgen den Schalter umgelegt, München empfängt uns mit Traumwetter. Selbst das Frühstück schmeckt bei diesem Wetter besser. Routinemäßig werden die Moppeds entladen und auf gehts.

SylvensteinstauseeDie kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist eine Gerade, die schönste Verbindung sind Kurven, Kurven, Kurven… 192 km sind es von München Ostbahnhof bis Pfunds, 310 km sind es bei Schneller Reisen. Zwar geht es bis Holzkirchen auf die Bahn aber der Rest der Anreise hat was. Erstes landschaftliches Highlight ist sicherlich der Tegernsee wo wir auch unsere erste Kurzpause durchführen. Weiter geht es zum Sylvensteinstausee, mehrfach wechseln wir zwischen Deutschland und Österreich bevor wir am Stausee einen Kurzstopp einlegen um vielleicht einen Blick auf Bruno zu werfen. Leider hat Bruno sich nicht blicken lassen.

Wir verlassen den Sylvensteinstausee um über Jachenau das Südufer des Walchensees zu erreichen. Zwar ist die Strecke mautpflichtig, lohnt sich aber auf jeden Fall. Fast windstill ist es am Walchenee, so das sich die umgebenden Berge im See wiederspiegeln, ein wunderschönes Panorama. Von hier aus geht es weiter nach Garmisch – Partenkirchen wo wir auch Miitagpause machen.

Frisch gestärkt geht es nicht über Griesen sondern über den landschaftlich schöneren Ammersattel nach Österreich. Die anschliessende Planseestraße hat es dann aber wirklich in sich. Ein toller Belag und Kurven bis zum Abwinken. Am Plansee wird dann noch eine kurze Pause eingeschoben. Allerdings fällt die Pause recht kurz aus, da doch einige wegen des anstehenden WM – Spiels Ecuador – Deutschland langsam nervös werden. Deshalb geht es zügig über die B 179 Richtung Bichlbach. In Bichlbach biegen wir dann rechts ab in Richtung Kelmer Sattel / Namlos Tal. Das bis Stanzach folgende Teilstück ist sicherlich der Höhepunkt der Anreise. Ein Super Belag und gut einzusehende Kurven begeistern unsere Truppe. Wenn also irgendwie möglich sollte man dieses Teilstück in seiner Tourenplanung berücksichtigen. Letztes Highlight ist die nun folgende Auffahrt zum 1884 m hohen Hahntennjoch. Allerdings sollte man sich vorher informieren ob der Pass befahrbar ist, da dieser stark Muren gefährdet ist und immerHahntennjoch kurzfristig gesperrt sein könnte. Bei stetig ansteigenden Temperaturen geht es abwärts Richtung Imst. Das abschließende Teilstück durch das Inntal nach Pfunds verläuft ohne weitere Höhepunkte. Gerade noch rechtzeitig erreichen wir unser Hotel um nach einer kurzen Dusche das WM Spiel Ecuador – Deutschland zu geniessen. Da Deutschland die Südamerikaner glatt mit 3 : 0 wegputzt kann man sagen auch unser Sommermärchen hat begonnen.


 

Die Silvretta – Runde

Knapp 270 km stehen heute an um insgesamt 5 Pässe unter die Räder zu nehmen. Der Rekord für heute wird die Bieler Höhe mit 2036 m sein, diese Höhe wird aber im Verlauf des Urlaubs noch locker überboten.

PfundsMan glaubt es kaum, da wäscht da doch tatsächlich jemand zur nachtschlafenden Zeit morgens um 06:00 Uhr am idyllischen Dorfbrunnen seine Tuono. Zu allem Überfluss geschieht das auch noch in „Dienstkleidung“, hoffentlich wirft das kein schlechtes Licht auf unsere Truppe. Unser Angebot doch auch den restlichen Fuhrpark zu waschen, wo man doch schon mal dabei ist, wird aber erstaunlicherweise abgelehnt. Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns heute mit ingesamt
8 Moppeds, da Ralf und Ulrike ein Teilstück mitfahren, auf die Reise.

Bei schon fast sommerlichen Temperaturen geht es flott durch ’s Inntal in Richtung Landeck. In Landeck ist der Spaß aber erst einmal vorbei. Starkes Verkehrsaufkommen und steigende Temperaturen machen nicht wirklich Spaß. Kurz hinter St. Anton am Arlberg wird dann zum ersten Mal die Videokamera montiert. Ein voller Erfolg, die Motorradkamera sortiert sich hinten ein und arbeitet sich dann langsam noch vorne vor. Es gelingt uns sogar das Spielchen in umgekehrter Reihenfolge zu wiederholen. Besonders schön sind die Aufnahmen der 5 Kehren vor Stuben gelungen. Da gibt es allerdings ein kleines Problemchen, nach Stuben wollten wir nie hin. Unbeeindruckt fährt unser Tourguide weiter, als er allerdings überhaupt keine Anstalten macht anzuhalten wird er eingefangen. Kurz wird noch einmal der geplante Tourenverlauf besprochen und vorwärts geht ’s wir müssen zurück.

Auf dem „Rückweg“ findet unser Guide die Abfahrt zum Flexenpass auf Anhieb. 1773 m hoch ist der Flexenpass, bietet aber eigentlich nichts besonderes. Kurz hinter dem Pass passieren wir den bekannten Wintersportort Zürs. Wie andere Wintersportorte auch, sieht Zürs außerhalb der Saison irgendwie steril und trostlos aus. Vor dem nun folgenden Hochtannbergpass legen wir noch eine kurze Zigarettenpause ein. Am Hochtannbergpass sind uns eigentlich nur die Galerien im oberen Teil in Erinnerung geblieben. Ab der Ortschaft Au, in der wie die L200 in südliche Richtung verlassen werden die Landschaft und die Straßen zunehmend schöner.

Auf dem 1484 m hohen Faschinajoch ist dann erstmal Kaffeepause im Gasthof Sonnenkopf Moto Guzziangesagt. Sofort werden auf der Terrasse die Schattenplätze beschlagnahmt, denn mittlerweile haben wir selbst hier oben hochsommerliche Temperaturen. Unaufgefordert werden auch wieder die aktuellen Höhenangaben geliefert. Diese werden aber sofort von Birgit verbessert, denn wären die Höhenangaben korrekt würden wir uns zirka 50 m oberhalb unserer Terrasse im Landeanflug befinden. Vielleicht müsste die Zauberuhr doch mal kalibriert werden!!

In der Gaststube hat der Sonnenkopf dann noch ein weiteres Highlight zu bieten, einen wunderschönen V2 aus italienischer Produktion. Im Gegensatz zu vielen anderen Fabrikaten ist dieser Motor aber thermisch gesund ( bezogen auf Luft / Ölkühlung ) quer zur Fahrtrichtung eingebaut. Da der Motor mittlerweile als Zapfanlage dient, ist dies wohl nicht mehr so entscheidend. Nach Ende der ausgiebigen Kaffeepause geht es dann auf einer Super Straße talabwärts Richtung Bludenz.

So langsam nähern wir uns den tiefsten aber auch wärmsten Punkt unserer Tour. Erschwerend Silvrettakommt noch hinzu das sich in Bludenz nicht das kleinste Lüftchen regt. Obwohl Bludenz wirklich nicht groß ist, wir bekommen es doch tatsächlich hin uns total zu verfransen. Aus lauter Verzweifelung nehmen wir doch tatsächlich die Autobahn um den Eingang zur Silvretta Straße zu finden. Hier angekommen erwartet uns natürlich ein Kassenhäuschen. 10,50 € werden uns hier abgeknöpft. Während ein Kollege bezahlt, sucht der Rest ein bisschen Schatten. Irgendwie scheint auf Grund der Hitze die Luft ein bisschen raus zu sein. Meiner Meinung nach liegt hier auch der Grund dafür, dass die Straße in unserer spontanen Wertung nicht sonderlich gut wegkommt. Die Auffahrt zur Bieler Höhe macht jedenfass Spass und die Aussichten die sich uns bieten sind auch vom Allerfeinsten. Besonders das Teilstück vom Vermuntstaussee zur Bieler Höhe ist vom feinsten. Auf 2036 m höhe wird eine ausgedehnte Pause am Silvrettastausee eingelegt. Angenehme Temperaturen und ein fantastischer Blick auf den mit 3312 m hohen Piz Buin lassen keine Langeweile aufkommen.

Die folgende Abfahrt Richtung Landeck ist allerdings nicht mehr ganz so prickelnd. Wenn man aber bedenkt das die Silvretta – Hochalpenstraße noch zwei Höhepunkte bereithält die wir noch nicht gefahren sind, dann kann man sich schon vorstellen das wir hier nocheinmal auftauchen. Zu guter letzt erwischt uns dann auch noch ein Gewitterschauer, nicht lang aber heftig. Das hierdurch die Moppeds eingesift werden, belastet die meisten von uns aber nur am Rande.

Ein schöner aber anstrengender Tag endet auf der Hotelterrasse, von wo aus wir das muntere Treiben der Dorfjugend beobachten.


Wir wollen hoch hinaus

Fortsetzung folgt…?