2004 – Wahlsburg

Motorradwochenende 2004
Hotel Zum Anker in Wahlsburg/Weserbergland vom 20.08 – 22.08.2004

Mit einer an Hexerei anmutenden Geschwindigkeit, wird dieser Kurzurlaub geplant. Ganz so gross ist die Auswahl allerdings auch nicht, da wir Berge und Kurven haben wollen. Letztendlich bleiben also nur Harz und Weserbergland übrig. Da die Tour mit Partner stattfindet und der Harz doch relativ bekannt ist, fällt die Entscheidung zu Gunsten des Weserberglandes. Begründet durch die kurze Vorlaufzeit, waren die ganz bekannten Sachen wie z. B. Villa Löwenherz natürlich ausgebucht. Mit Hilfe des Internet finden wir aber noch mehrere Angebote. Nach kurzer Diskusion wählen wir das Landhotel Zum Anker in Wahlsburg aus. Die Zimmer werden reserviert und der 20. August kann kommen.

Die Anreise

Da die meisten von uns Freitags noch arbeiten müssen, wird die Abfahrtszeit erst auf 13:30 Uhr festgelegt. Das heisst zwar Anreise zum Grossteil über die Bahn, aber immer noch besser als Anreise am Samstag.

Pause

Superpünktlich sind alle Teilnehmer am Treffpunkt. Kurz noch ein besorgter Blick zum Himmel, es sieht nicht wirklich gut aus, und ab geht die Post. Obwohl wir das erste Mal im Gemischtbetrieb ( mit bzw. ohne Sozius ) fahren, klappt es hervorragend. Die ersten 90 km geht es dann über Harsefeld, Ahlerstedt, Sittensen, Scheeßel, Rotenburg und Walle bis zur Autobahnauffahrt Verden Nord, wo wir noch eine kurze Pause einlegen.

Immer dunklere Wolken ziehen von Westen heran, zum Glück fahren wir über die A 27 in südöstliche Richtung den Wolken davon. Kurz hinter dem Walsroder Kreuz verlassen wir die A 7 bei der Abfahrt Schwarmstedt in Richtung Autohof. Hier ist erst einmal Tank- und Kaffeepause angesagt.

Bevor es weitergeht, werden in Rekordzeit noch einige Tortenstücke verputzt. Für die jetzt folgende Autobahnfahrt bis zur Raststätte Seesen wird die Gruppe aufgelöst. Die Plastikteile sind auf der Bahn naturgemäss, sofern nicht elektronisch eingeschränkt, im Vorteil.

Ankunft in Wahlsburg

Da ab Hannover relativ starker Verkehr herrscht, sind aber fast alle gleichzeitig auf der Raststätte. Bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein geht es weiter und über die Abfahrt Nörten – Hardenberg verlassen wir endlich die Bahn. Die Anfahrt nach Uslar vermittelt schon richtiges Urlaubsfeeling. Tolle Kurven, wenn auch mit Geschwindigkeitsbegrenzung für Motorräder ??. In Uslar verlassen wir die B 241 in Richtung Bodenfelde. Auch dieses letzte Teilstück bietet Motorradspass pur. Gegen 18:30 erreichen wir unser Hotel.

Nachdem die Moppeds versorgt sind, treffen wir uns im Hotelgarten. Nur 100 m entfernt von der Weser, mit einem frisch gezapften, bei herrlichen Sonnenschein, was will man mehr?

Erst mal ein Bier!
Der Wirt

Duschen und Zimmer beziehen wäre vielleicht nicht schlecht. Frisch wie aus dem Ei gepellt, treffen wir uns kurze Zeit später im Restaurant. Auch wenn die Speisekarte nicht sehr umfangreich ist, die Schnitzel und Steaks mit Bratkartoffeln sind vom feinsten. Jochen meint so ein tolles Steak schon lange nicht mehr gegessen zu haben, und Jochen versteht da was von. Bei einigen Bieren wird dann die Tour für den nächsten Tag zusammengestellt. Zum Abschluss hat dann noch der Wirt seinen Auftritt, Wort- und gestenreich weist er auf den Inhalt einer bräunlichen Flasche hin. Spinnenschnaps heisst das Zeug, mit dem der Wirt eine Lokalrunde schmeisst. Lokalrunde?, da kommt der Kehdinger durch und fast alle genehmigen sich einen. Die Gesichtszüge variieren von Pokerface (Birgit) über ungläubiges Staunen (Matina) bis hin zum blanken Entsetzen (Anke). Da morgen deutlich über 300 km angesagt sind, lassen wir den Tag jetzt aber enden.

Zum Kyffhäuser

Dieser Tag hat es in sich.

Blick auf das Kyffhäuser-Denkmal

Durch folgende 4 Bundesländer führt die Tour Hessen, Niedersachsen, Thüringen und Sachsen – Anhalt. 350 km vorwiegend auf Nebenstrecken bei strahlendem Sonnenschein, aber auch bei sintflutartigen Regen liegen vor uns. Gegen 09:30 ertönt dann zum erstem , aber nicht zum letzten Mal, dass Kommando “ Fertig werden.“ Rechtsseitig der Weser geht es über die L561 nach Hann. Münden. Ein tolles Teilstück mit vielen schönen Kurven und wenig Verkehr führt uns zum Ursprung der Weser. Wer kennt nicht den Spruch „Wo Fulda sich und Werra küssen sie ihren Namen büßen müssen. Und hier entsteht durch diesen Kuss Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss“. Ganz schön heftig, oder? Von Hann. Münden aus folgen wir dann den Lauf der Werra bis Witzenhausen. In Witzenhausen verlassen wir dann das Werratal und wechseln nach Thüringen über. Auf der B 80 erreichen wir Heiligenstadt, wo wir unseren ersten Tankstop absolvieren. Anschliessend verbleiben wir auf der B 80 und fahren über Leinefelde bis nach Wipperdorf. Dem aufmerksamen Tourenteilnehmer ist natürlich nicht entgangen, dass in Leinefelde die Leine entspringt. So hält diese Tour neben den landschaftlichen Höhepunkten auch noch eine Menge anderer interessanter Dinge bereit. In Wipperdorf verlassen wir die B 80 und wählen die Nebenstrecke über Sondershausen als Anfahrt nach Kelbra.

Ein beliebtes Ziel für Motorradfahrer . . .

Die Ortsdurchfahrt in Kelbra versetzte uns dann schlagartig 20 Jahre zurück. Kopfsteinpflaster und scheinbar wahllos verlegte Betonplatten, machen jede Verkehrsberuhigung überflüssig. Unmittelbar hinter Kelbra beginnt dann der Aufstieg ins Kyffhäusergebirge. Was jetzt kommt, hält man eigentlich in Norddeutschland für unmöglich. 36 herrliche Kurven auf nur 4,5 km Strecke verteilt, versetzen einen gedanklich fast in die Dolomiten. Kleiner Wermutstropfen ist das Überholverbot, das einen natürlich den Spass verderben kann.

. . . der Burghof des Kyffhäuser-Denkmals

Wir haben Glück und können die Kurven in vollen Zügen geniessen. Für den Grossteil der Gruppe ist die Auffahrt zum Kyffhäuser natürlich das Highlight schlechthin. Die sicherlich auch interessante Besichtigung des Kyffhäuserdenkmals war leider zeitlich nicht zu schaffen. Als Ausgleich für die entgangene Besichtigung, wurde dann die Porta Westfalica am Abreisetag eingefügt. Nach nur kurzer Pause fahren wieder in Richtung Kelbra, um das ganze noch mal bergab zu geniessen.

Über Rottleberode geht es hinein in den Südharz. Durch eine landschaftlich, und fahrerrisch anspruchsvolle Strecke, erreichen wir am frühen Nachmittag die Ortschaft Hasselfelde. Hier ist erst einmal der nächste Tankstop fällig. Am Ortsausgang erwischt uns dann das erste Regenschauer. Glücklicherweise sind wir gerade auf Höhe eines kleinen Cafés. Was liegt also näher, als einen kleinen Stop einzulegen um das Schauer abzuwarten. Tortenstücke in rekordverdächtiger Größe, zu moderaten Preisen verkürzen uns die Wartezeit. Langsam wird es wieder heller, und bevor wir starten wird die Raststätte Seesen als Treffpunkt vereinbart. Eine Entscheidung, die noch am gleichen Abend schon nicht mehr nachvollziehbar ist. Kurz vor Braunlage gibt der Wald dann einen herrlichen Blick auf den Wurmberg frei. Danach verlassen wir den Harz in südwestlicher Richtung. Ab Bad Lauterberg verdichten sich die Wolken zunehmend. Franks Vermutung, das es in Herzberg immer regnet, bewahrheitet sich jetzt leider. Obwohl wir Northeim relativ nah sind, es geht weiter Richtung Norden. Immer schlimmer wird der Regen. Zusätzlich erschweren noch stark ausgefahrene Spurrillen das Weiterkommen. Drei Kreuze machen wir, als wir endlich in Seesen ankommen. Allerdings haben wir noch Glück im Unglück, denn was jetzt vom Himmel kommt ist beeindruckend. Innerhalb kürzester Zeit verwandelt sich der Parkplatz in eine Seenlandschaft. Leicht frustriert, mit zum Teil leichten Gesässproblemen kauert sich die Gruppe unter einem Dachunterstand zusammen. Langsam wird der Regen aber doch weniger, und wir machen uns auf das letzte Teilstück zu bewältigen. Irgendwie muss sich bei Jochen, Matinas Wunsch schnell nach Hause zu kommen festgebrannt haben. Mit einem Affenzahn und einer kilometerweit auseinander gezogenen Gruppe geht es zur Weser.

Die Weser

Wir sind angekommen, sogar so rechtzeitig um uns vor dem Abendessen noch ein paar Drinks zu genehmigen. Pünktlich zum Abendessen treffen wir uns im Restaurant. Ein Blick aus dem Fenster zur Fähre verheißt nichts Gutes, es regnet schon wieder. Im Augenblick ist uns das aber egal, denn jetzt gibt es Wildschwein satt. Das Fleisch über offenen Buchenholzfeuer gegrillt ist wirklich vom Feinsten. Obwohl wir zum Teil kritische Esser in unseren Reihen haben, satt geworden sind alle. Vom Spinnenschnaps bleiben wir heute glücklicher Weise verschont. Da morgen wieder ein anstrengender Tag vor uns liegt, endet der heutige Tag relativ frühzeitig.

Nach Hause

Eigentlich soll es ein gemütlicher Start am Abreisetag werden. Ausschlafen, gemütlich Frühstücken, Gepäck verladen und dann gemütlich starten. Es ist natürlich anders gekommen, schon vor 08:00 Uhr ist vom Weserufer aufgeregtes Geschnatter zu hören.

Abschiedsfoto mit Hund

Kurz nach 08:00 Uhr sitzt die gesamte Truppe bereits am Frühstückstisch. Das Frühstück selber nimmt dann aber reichlich Zeit in Anspruch, hauptsächlich wegen der Toaster die scheinbar leistungsoptimiert sind. Frisch gestärkt verladen wir das Gepäck auf die bereit gestellten Moppeds. Zum Abschied versammeln wir uns unter einer alten Weide zum obligatorischen Abschiedsfoto. Da sich der Wirt bereit erklärt uns zu fotografieren sind tatsächlich mal alle gleichzeitig abgelichtet. Bei bestem Wetter, starten wir zur ersten Etappe. Bei dem schönen Wetter, wird natürlich nicht die Bahn benutzt. Hinter Bodenfelde verlassen wir die Weser um Richtung Holzminden weiter zu fahren.

Die Strecke führt uns durch eine schöne Mittelgebirgslandschaft bis nach Eschershausen, wo der erste Tankstop eingelegt wird.

Ausblick von der Porta Westfalica

Da die Hauptstrecke nach Hameln wegen einer Veranstaltung gesperrt ist, wählen wir als Alternative die L 588. Eine landschaftlich schöne Strecke, mit der wir uns bestimmt nicht verschlechtert haben. Kurz vor Hameln wird uns dann noch ein kleines Highlight geboten. Eine Dampflok, voll unter Dampf, kreuzt für einen kurzen Augenblick unseren Weg. Vorbei an Hess. Oldendorf und Bückeburg führt uns unser Weg weiter zur Porta Westfalica. Die meisten unserer Gruppe hatten das Vergnügen schon in der Schulzeit. Der entscheidende Unterschied ist nur, damals musste man, heute darf man. Neben der nicht uninteressanten Auffahrt zum Denkmal, ist der Blick auf die Norddeutsche Tiefebene und die Besichtigung des Denkmals natürlich auch nicht zu verachten. So viel Kultur macht allerdings hungrig. Das Mittagessen fällt trotzdem recht spartanisch aus, denn wir machen nur einen kurzen Stop bei McDonalds.

Blick von der Porta Westfalica

Richtung Nienburg verlassen wir das Weserbergland, mit jedem Kilometer wird es jetzt flacher. Die Strecke bis Nienburg ist 1 1/2 spurig ausgebaut, so das wir zügig vorankommen. Warum die Dosen aber alle im zweispurigen Bereich zügig, dagegen wenn es einspurig wird schleichen, können wir nicht ergründen. Kurz vor Nienburg führen wir dann noch eine Funktionsprüfung einer Blitzeinrichtung durch. Das Gerät ist tatsächlich in der Lage kurzzeitig sechs Messungen durchzuführen. In Nienburg ist dann noch eine kurze Pause bei Schollys dem örtlichen Motorradhändler angesagt. Irgendwie scheint das Interesse für Moppeds doch etwas gelitten zu haben, denn einige ziehen doch tatsächlich ein Sonnenbad den Schaufenstern vor. Über die B215 geht es weiter in Richtung Rotenburg, wo wir auch unseren letzten Tankstop einlegen. Vollgetankt geht es dann über Nebenstrecken ins Alte Land, wo wir in Bachenbrook mit einem gemeinsamen Abendessen die Tour beschliessen wollen. Nach gut 1 1/2 Stunden und mit einem leichten Völlegefühl steigen wir zum letzten Mal auf die Moppeds. Da sich zum Teil das Gesäßproblem mittlerweile wieder stärker bemerkbar macht, verzichtet der harte Kern auf unseren traditionellen Tourenendpunkt Stadersand, und es geht direkt nach Bützfleth.